Phytotherapie · 14. Brachmond · 6 Minuten

Von der Kraft der Kräuter

Wie unser Heilkräutergarten die Rezepturen des Hauses seit 1889 speist — und weshalb wir noch immer von Hand ernten.

Von der Kraft der Kräuter

Im ummauerten Garten hinter dem Laboratorium gedeihen über einhundert Heilpflanzen, viele davon nach Aufzeichnungen aus dem Gründungsjahr. Was hier wächst, bestimmt, was wir bereiten — nicht umgekehrt.

Die Ernte folgt keinem Kalender, sondern der Pflanze. Kamille wird am Morgen gepflückt, wenn die Blüten geöffnet, der Tau jedoch verflogen ist. Baldrian dagegen gibt seine Wurzel erst im Herbst frei.

Warum die Handarbeit bleibt

Eine Maschine kennt keine Reife. Sie schneidet, was ihr vorgelegt wird. Der Mensch aber sieht, riecht und fühlt — und lässt stehen, was noch nicht bereit ist. Diese Sorgfalt schmeckt man später in jeder Tinktur.

So entsteht ein Kreislauf aus Boden, Pflanze und Präparat, den wir seit über drei Jahrzehnten pflegen. Er ist langsam. Er ist mühsam. Und er ist der Grund, weshalb unsere Gäste wiederkehren.

Porträt von Prof. Heinrich Vogt

Phytotherapie

Prof. Heinrich Vogt